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| 22.07.10 00:23 Uhr - FR-Interview mit Ioannis Amanatidis |
Klotzi |
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Herr Amanatidis, beim Testspiel gegen Straßburg am Mittwoch waren Sie nicht am Ball. Muss man sich wieder sorgen um Ihr zweimal am Knorpel operiertes Knie? Nein, nein, ich trete jetzt mal zwei Tage ein bisschen kürzer. Ich habe eine Schleimbeutelentzündung am linken Knie, also nicht am operierten rechten. Außerdem eine Prellung am Beckenrand, und die Muskulatur im Oberschenkel ist ein bisschen hart. Das sind aber ganz normale kleine Blessuren, die ein Trainingslager so mit sich bringt.
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Was macht das rechte Knie? Haben Sie Probleme?
Nein, es läuft wunderbar, es ist perfekt. Ich übertreibe es auch nicht. Ich nehme mir immer wieder mal eine Pause; im Trainingslager etwa bin auch mal einen Tag rausgegangen aus dem Trainingsbetrieb, um es nicht zu übertreiben, denn die Belastung ist natürlich schon enorm. Aber es läuft alles super, ich bin sehr glücklich. Zumal es ja auch nicht so ist, dass ich hier nur unfallfrei über den Platz laufen kann, ich bin mit meinen Trainingsleistungen sehr zufrieden. Ich bin sehr gut dabei.
Im Training hinterlassen Sie zurzeit fürwahr einen famosen Eindruck, das sieht auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen so, der kürzlich sagte, Sie seien der beste aller Eintracht-Stürmer.
Das deckt sich mit meiner eigenen Einschätzung. Und wenn ich fit bin, dann spiele ich, da kann sowieso kommen, wer will. Ich fürchte keine Konkurrenz. Ich weiß, was ich kann. Ich war und bin absolut überzeugt von mir.
Woher nehmen Sie nach zwei quasi verlorenen Jahren so viel Selbstvertrauen?
Sehen Sie, als unser Ex-Trainer Friedhelm Funkel nach Berlin gegangen ist, da gab er im Kicker ein Interview. Darin stand, dass ihm in der Hertha-Mannschaft solche Typen wie Amanatidis fehlen, weil ich eben restlos von mir überzeugt bin. Ich glaube, Herr Funkel sagte: ,Amanatidis´ Selbstvertrauen ist grenzenlos.´
Er hat Recht! Wollen Sie das damit sagen?
So sieht es aus. Das hat Herr Funkel nicht einfach so dahergeredet, er kennt mich, und genauso ist es. Das soll nicht überheblich klingen, ich schwebe nicht im Himmel oder lebe im Wolkenkuckucksheim, ich brauche auch niemanden, der mir schmeichelt, ich kann mich selbst gut einschätzen. Es ist doch einfach so, dass es Fußballer gibt, die Profis geworden sind, weil sie die körperlichen Voraussetzungen haben. Und dann gibt es solche, die Fußball mit Köpfchen spielen, die Fußball verstehen, die intuitiv genau das Richtige machen. Und es gibt die Fußballer, die beides vereinen, die machen dann den Unterschied. Ich denke, bei mir kommt beides zusammen. Ich verstehe Fußball, und ich kann Fußball spielen.
Zweifel kennen Sie offenbar nicht.
Nein, wieso auch? Ich habe mit 26 schon mehr als 150 Bundesligaspiele gehabt, wenn ich gesund war, habe ich immer meine Tore geschossen. Wenn die letzten beiden Jahre nicht gewesen wären, hätte ich es am Ende auf 500 Spiele gebracht. Das sagt doch alles. Auf die 600 Spiele vom Charly (Rekordbundesligaspieler Karl-Heinz Körbel mit 602 Einsätzen; Anm. d. Red.) hätte ich es zwar nicht gebracht, aber die schafft ja sowieso keiner mehr. Und ich habe immer noch Zeit, ich kann ja noch ein paar Jahre spielen.
Vor zwei Monaten schien daran nicht zu denken. Da sind Sie quasi schon zum Invaliden abgestempelt worden. Der Verein soll Sie gar gedrängt haben, eine weitere Kernspinaufnahme Ihres Knies machen zu lassen.
Ach, wissen Sie: Da ist so viel Zeug erzählt und geschrieben worden, darüber konnte ich nur lachen. Auf einmal wollten alle möglichen Leute gewusst haben, wie es mir geht. Alles Bullshit. Nur ich konnte wissen, wie es mir geht. Und ich habe damals gesagt: Zum Trainingsstart bin ich da und bereit. Und so war es dann ja auch. Ich habe mich damals mit einem sehr engen Kreis mir vertrauter Menschen intensiv ausgetauscht, da gehört meine Familie dazu, auch mein Berater Dirk Lips und Heribert Bruchhagen. Alles andere blende ich aus. Alles andere interessiert mich Nullkommanull.
Können Sie einen Vergleich anstellen zwischen Ihrem jetzigen Zustand und dem nach Ihrer ersten Operation am Knorpel?
Nein, das lässt sich nicht vergleichen. Damals war ich ja auch gut drauf, da bin ich ja super in die Saison hineingekommen. Ich kann nur sagen, wie es mir momentan geht. Das Knie hat alle Belastungen gut überstanden, und ich fühle mich viel besser als vor dem Urlaub. Was in drei, vier oder fünf Monaten ist, was in sechs, sieben, acht Jahren sein wird, das steht in den Sternen. Aber natürlich weiß ich auch, dass es vorbei sein kann, wenn wieder etwas mit dem Knie sein sollte. Doch daran denke ich jetzt wirklich nicht. Ich bin guter Dinge, dass es noch mal klappt.
Interview: Ingo Durstewitz |
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